Erfahrungsbericht aus Malawi: Die Bedeutung von Peer-to-Peer-Aufklärung

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Von Alfred Muli,
Regional Program Manager-East Africa

Ich bin kürzlich von einem Projektbesuch in Malawi zurückgekehrt, wo wir etwa ein Dutzend Partner haben, die Ruby Cup-Projekte in ihre Programme aufnehmen. Dort besuchte ich fünf unserer Partner, unter anderem ActionAid Malawi, PCI Malawi, CARE Malawi und PSI Malawi. Zu unseren weiteren Partnern in Malawi gehören unter anderem die Malawi Girl Guides Association, der St. Peters Education Trust und Ufulu.

Ich war sehr gespannt, endlich die engagierten Teams kennen zu lernen, die in diesem schönen südafrikanischen Land in verschiedenen Gemeinschaften an Ruby Cup-Projekten arbeiten. Obgleich die einzelnen Ruby Cup-Projekte ähnlich aufgebaut sind, ist ihre Umsetzung doch sehr unterschiedlich, weil wir gemeinsam mit unseren Partnern darauf bedacht sind, uns den lokalen Gegebenheiten und den spezifischen Bedürfnissen jeder Gemeinschaft anzupassen.

Ein Pilotprojekt führt zum Erfolg: erst die Mütter, dann die Töchter

ActionAid Malawi beispielsweise führte ein Pilotprojekt mit Müttern durch. Auf der Grundlage unserer Schulungsplanung wurden Workshops zum Thema Gynäkologie und Gesundheit organisiert, in denen die Frauen lernten, wie das Fortpflanzungssystem funktioniert, und die Möglichkeit erhielten, sich eine Ruby Cup mit nach Hause zu nehmen.  

Diejenigen, die eine Ruby Cup mitnahmen, wurden entsprechend betreut und unterstützt. Als diese älteren Frauen die Vorteile der Ruby Cup erkannten, unterstützten sie die Leiterinnen der Workshops von ActionAid zum Thema Frauengesundheit bei der Aufklärung ihrer Töchter und anderer junger Frauen in der Gemeinschaft sowie in vier Schulen in den Distrikten Ntchisi und Lilongwe in Zentral-Malawi. 

In diesen Gebieten, wo noch viele Vorurteile über den Zusammenhang zwischen Menstruationstassen und Jungfräulichkeit vorherrschen, ist das von großer Bedeutung.

Es geht nicht nur um den Zugang zu Artikeln für Intimhygiene

Die von Ruby Cup und unseren Partnern geleistete Unterstützung betrifft nicht nur den Zugang zu diesen Artikeln. Es reicht nicht aus, Tassen zu spenden und uns anschließend zufrieden auf die Schulter zu klopfen. Um Frauen wirklich zu befähigen, mit ihrer Menstruation umzugehen, muss auch Aufklärung betrieben werden. 

Alle Ruby Cup-Projekte beinhalten einen Aufklärungs-Workshop unter der Leitung einer geschulten Ruby Cup-Anwenderin und ein Nachverfolgungsprogramm, dessen Schwerpunkt darauf liegt, was wir als „nachhaltige Unterstützung“ bezeichnen. Dies ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Im Idealfall streben wir an, dass Neueinsteigerinnen auf jemanden mit zuverlässigen Informationen zählen und ihre Erfahrungen beim ersten Gebrauch einer Ruby Cup ungeniert mitteilen können.  

Da wir die Ruby Cups nur als Option unter vielen anderen Hygieneartikeln anbieten, sind die Aufklärungs-Workshops für alle Teilnehmerinnen von Interesse, selbst wenn die Menstruationstassen für die eine oder andere letztendlich nicht die beste Lösung sind.

Erfolg durch das Peer-to-Peer-System

Ein anderer unserer Partner, PCI Malawi im Distrikt Zomba im Süden Malawis, verfolgt einen anderen Ansatz. Sie schulen ein Team aus Mentorinnen und Peer-Beraterinnen, die sie als „Champions“ bezeichnen.

Diese Champions sind heranwachsende Mädchen aus der Gemeinschaft, die bereits Ruby Cups verwenden und geschult wurden, um andere zu unterstützen. Sie treffen sich häufig mit Gleichaltrigen in „geschützten Bereichen“, um die Fragen zu besprechen, die sie beschäftigen. Dadurch hat jedes Mädchen in ihrer Gemeinschaft eine Ansprechpartnerin, an die es sich im Zweifelsfall wenden kann. 

„Zuerst war es schmerzhaft, aber als ich es im darauf folgenden Monat mit Hilfe der Schulung und der Mentorinnen noch einmal versuchte, gewöhnte ich mich daran. Mittlerweile ist es für mich ganz einfach. Die Ruby Cup ist eine sehr gute Methode, denn sie erspart die Kosten von Monatsbinden.“ - Amina, 16 Jahre

Wie Amina, eine der Champions, erzählte, kann die erste Anwendung einer Menstruationstasse herausfordernd sein. Bei anhaltender Unterstützung steigt die Akzeptanzrate jedoch an. Wir haben im Rahmen unserer Programme gelernt, dass es wichtig ist, sechs Wochen nach der ersten Schulung, sechs Monate später und nach einem Jahr Nachsorge zu betreiben, um eine Akzeptanzrate von oder nahe 100% zu erreichen. 

Diese Nachbetreuung bietet den Mädchen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Dabei werden sie ermutigt, da sie mit ihren Altersgenossinnen und Mentorinnen ähnliche Erfahrungen teilen. Sie überwinden nicht nur die Angst vor dem Einführen einer Tasse, sondern erhalten auch die notwendigen Informationen über ihren Körper, um sich gefährlichen Vorurteilen überzeugt entgegenstellen zu können!

Abkehr von den gängigen Vorurteilen über Menstruationstassen, die Periode und die Vagina

Auf Gemeinschaftsebene berichteten viele Mädchen im Distrikt Zomba, dass sie von ihren Großeltern gefragt wurden, ob die Tassen die Scheide ausdehnen oder sie ihrer Jungfräulichkeit berauben und somit ihre Chancen auf eine Heirat zunichte machen würden, oder ob man die Tassen als Verhütungsmittel einsetzen könnte. 

Die Mädchen wurden mit genauen und sachlichen Informationen ausgestattet, um allen, die solche Zweifel hatten, eine Erklärung zu vermitteln. Zeitweise saßen zwei oder drei Mädchen mit Gleichaltrigen zusammen und teilten mit ihnen das, was sie in der Schulung gelernt hatten. Dadurch wurde die Nachfrage nach Aufklärung und nach den Tassen angekurbelt, was unsere Freunde von PCI Malawi wiederum nutzten, um Mädchen für ihr Programm und die geschützten Bereiche zu gewinnen. Diese Mädchen wurden von den Champions empfohlen bzw. angesprochen.  

Neue Führungsqualitäten, die das Selbstvertrauen der Mädchen stärken

Ich war so begeistert davon, wie sich bei diesen jungen Frauen durch das Projekt Führungsqualitäten herausgebildet haben. Eines der Mädchen berichtete, dass sie jedes Mal, wenn ein Mädchen oder sogar eine Frau Fragen zur Menstruation hatte, zu Rate gezogen wurde. Auch ältere Frauen würden sie ansprechen. Sie erzählte, dass sie das sehr positiv aufnahm und stolz darauf war, ihrer Gemeinschaft zu helfen. Ein anderes Mädchen gab an, dass sie jetzt als Vorbild angesehen würde.

Im Allgemeinen war zu sehen, dass all diese Peer-Beraterinnen enorm an Selbstvertrauen gewannen. Sie berichteten sogar davon, dass es für sie von großer Bedeutung wäre, vor Menschen stehen zu können, um über die Menstruation zu sprechen.

Ruth Kundecha von PCI Malawi erzählte mir, dass es für eine ältere Frau sehr ungewöhnlich sei, eine junge Frau in dieser Gemeinschaft zu Rate zu ziehen, und dass sie daher noch stolzer auf die Mädchen sei, die sich bemühten, mit Gleichaltrigen und Müttern über die Menstruation zu sprechen. Die Peer-Beraterinnen und Mentorinnen ergriffen die Initiative, unser Schulungshandbuch in die Sprache Chichewa zu übersetzen, um die Schulungen einfacher zu gestalten.

Alfred Muli in Malawi for Ruby Cup Menstrual CupDas Team von PSI Malawi. Von rechts nach links: Chifundo Kuyeli, Programm-Managerin für reproduktive Gesundheit bei PSI Malawi; Jephta Mtema, PSI-Landesvertreter in Malawi; Caroline Basaka, Leiterin des Programms für reproduktive Gesundheit bei PSI Malawi und meine Person

Wie können wir die Väter einbeziehen?

Als ich die Mädchen fragte, ob sie jemals ihren Vätern gesagt hätten, dass sie eine Ruby Cup verwenden, lachten alle und sagten, sie hofften, dass ihre Mütter es ihren Vätern gesagt hätten! An diesem Punkt fragte ich mich, wie wir die Väter am besten mit einbeziehen können. Diese Frage werden wir, wie üblich, am besten mit unseren Partnern vor Ort klären, denn sie verstehen die Zusammenhänge besser als wir jemals in der Lage dazu wären.
Bevor wir unsere nächsten Social Impact News veröffentlichen, können Sie hier nachlesen, wie die Ruby Cups das Leben der Champions im Distrikt Zomba verändert haben:

Until the next Social Impact Update, enjoy these quotes from the champions of Zomba District on how the Ruby Cups impacted their lives: 

 

Briefe von Mädchen aus Malawi, sie nachdem den Ruby Cup erhielten haben

„Mit Ruby Cup sparen meine Eltern und ich die Kosten für Damenbinden.“

 

Briefe von Mädchen aus Malawi, sie nachdem den Ruby Cup erhielten haben

„Seit ich die Ruby Cup verwende, muss ich mir keine Sorgen um die Kosten für Damenbinden machen. In den letzten sieben Monaten habe ich viel Geld gespart. Ich finde die Ruby Cup toll.“

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